
Was für eine Woche. Nicht das wir aus Versehen einen neuen Job bekommen hätten oder im Lotto gewonnen haben. Nein, wir haben diese Woche unsere erste echte Tsunami-Warnung mit erlebt. Wenn man wie wir in Deutschland aufgewachsen ist, sind echte Naturkatastrophen zum Glück eher selten. Vulkanausbrüche, Erdbeben (ok, ein kleines haben wir in Ravensburg mitbekommen) oder Tsunamis kennt man nur aus dem Fernsehen und es ist unmöglich sich vorzustellen, was die Menschen in betroffenen Gebieten durchmachen.
Wir haben nun am Mittwoch einen sehr kleinen Vorgeschmack davon bekommen. Als morgens der Wecker klingelte war die Welt noch in Ordnung und wir freuten uns auf einen normalen, entspannten Tag. Mit dem Morgenkaffee in der Hand wurden dann erst einmal die Nachrichtenseiten im Web durchforstet um zu sehen, was letzte Nacht denn so in Europa und der sonstigen nördlichen Hemisspähre passiert war. Eine Überschrift machte uns dann aber doch gleich stutzig, als wir von einem Erdbeben und einem Tsunami in Samoa lasen. Für alle Nicht-Neuseeländer, wenn man hier mal ein bisschen Urlaub braucht, fliegt man genau dort hin... es ist schließlich sehr nah! Die nächsten Zeilen waren dann aber noch beunruhigender, auch für unsere neue Heimat war eine Warnung herausgegeben worden. Die Wandelung vom distanzierten Leser hin zum direkt Betroffenen war schon sehr eigenartig. Die Realität holt einen doch sehr schnell ein auch wenn wir es am Anfang nicht wirklich wahr haben wollten. Das Lesen der lokalen News-Seiten und vor allem das Anschalten des Radios beschleunigten diesen Prozess aber immens. Nach kurzem Blick auf die Uhr blieben uns noch zwei Stunden bis zum Eintreffen der Welle. Auf einigen der kleinen Inseln vor Auckland waren die Einwohner bereits aufgefordert worden höhere Gebiete aufzusuchen. Eine große Anzahl an Schiffen im Hafen liefen aus, um nicht am Kai von der Welle getroffen zu werden. Die erwartete Höhe der Welle war zwar nicht wirklich groß (erste Schätzungen gingen von einem Meter aus), dennoch wurden wir alle aufgerufen Strände oder Uferabschnitte zu meiden. Da unser Haus ca. 1-2m unterhalb des Meeresspiegels liegt und es auch nur ca. 300m zum Wasser sind, beschlossen wir das Eintreffen der Welle nicht hier abzuwarten, sondern schnappten uns unsere wichtigsten Unterlagen und holten vor allem unseren Wagen aus der Tiefgarage. Wir fuhren nach Ponsonby (direkt der nächste Stadtteil, der zudem noch auf einem Hügel liegt) und warteten dort in einem Cafe die nächsten 2 Stunden ab. Nach Ablauf der Zeit und kurzer Rücksprache mit Freunden ging es dann wieder zurück in unsere Bleibe. Der Tsunami hat Neuseeland getroffen, allerdings fiel er kleiner als erwartet aus (ca. 40cm) und wir hatten zudem noch Glück, dass auch zu diesem Zeitpunkt Ebbe herrschte. Der restliche Tag verlief dann in einem komischen Gefühlsgemisch aus Freude (dass nichts passiert war), Nervosität (die Tsunami-Warnung wurde erst am Abend zurückgenommen), Trauer für die Opfer auf Samoa / Tonga und der Gewissheit jetzt in einer Gegend auf diesem Planeten zu wohnen in der verheerende Naturkatastrophen eine reale Bedrohung sind. Schließlich steht auch Auckland selbst auf einem Vulkanfeld aus 48 Vulkanen. Um genau zu sein, ist eigentlich jeder Hügel hier ein eigener Vulkan.
Hoffen wir mal, dass wir auch weiterhin so viel Glück haben und es um uns ruhig bleibt.
What a week. Not that we found a job after all or won the lottery. No, went through our first Tsunami-Warning this week. If you grew up in Germany like we did, real natural disasters are luckily very rare. You see volcanoes, earthquakes (ok, we had a little one back in Ravensburg) or Tsunamis only on TV and it's impossible to comprehend what people in those areas have to endure.
On Wednesday this week we got our first tiny taste of what it means to face something like that. After we got up in the morning we were looking forward to a normal and relaxing day. While having the morning coffee in one hand we surfed through the news webpages to see what had happened in the northern hemispehre while we slept. But one headline in particular caught our attention, the one about the earthquake and following Tsunami in Samoa. For all the non-Kiwis, if you need a little vacation around here, that's exactly where you... it's just around the corner. The lines became even more disturbing, when we found out that there was even a warning for New Zealand. The change from a distant observer to being directly affected was just plain strange. But reality really caught up fast with us even so we struggled a bit in the beginning. But reading the local news pages and switching on the radio speeded up the accepting process quite significantly. After a quick check of our watches we had two hours until the wave was expected to hit. On some of the smaller island in the Auckland area residents where already ordered to seek higher grounds. A number of ships left the harbour to be safe in open water. The expected height of the wave wasn't that big (the first estimates ranged around a meter), but even so we were all told to stay away from the beaches or shore lines. Because our house is located 1-2m below sea-level and it's just 300m to the waterfront, we decided not to sit here and wait, but to take our most important paperwork and remove the car from the underground car park. After that, we took off to Ponsonby (which is the next district and located up on a hill) and waited for the next 2 hours in a cafe. After that time and checking in with some friends we moved back into our home. The Tsunami that hit New Zealand in the end was smaller than expected (around 40cm) and luckily we also had low tide during that time. The rest of the day went past in a weird mixture of feelings consisting of joy (that nothing really happened), nervousness (the warning was cancelled not until the evening), sadness for the victims in Samoa / Tonga and the certainty that we now live in an area on this planet where natural disasters are a real theat. Even Auckland is located on a volcanic field that consists of 48 single volcanoes. Which just means that virtually every single hill here is a volcano.
Nevertheless, let us just hope that we keep on being lucky and our surroundings stay safe.
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