
Nachdem wir uns in den ersten Wochen (aus augenscheinlichen Gründen) hauptsächlich mit neuseeländischen Dingen beschäftigt hatten, holte uns in den letzten 2 Wochen unser Ursprungsland dann doch wieder ein.
Eines wurde uns sehr schnell bewußt. Der deutschen Bürokratie entkommt man auch am anderen Ende der Welt nicht. Wir hatten nämlich die hervoragende Idee, uns den neuseeländischen Führerschein ausstellen zu lassen (ein ausländischer Führerschein hat in Neuseeland nur ein Jahr Gültigkeit). Die beiden Länder haben freundlicherweise ein Abkommen, dass die Prüfungen anerkennt und somit hätten wir weder einen praktischen noch einen theoretischen Nachweis unserer fahrerischen Fertigkeiten erbringen müssen. Wir also guten Mutes zur nächsten AA-Niederlassung (neuseeländischer ADAC) und kurzerhand am Schalter angestellt. Was wir dann aber erfuhren, liess uns doch ein bisschen am deutschen Verstand zweifeln. Uns wurde mitgeteilt, dass wir sehr gerne unseren Führerschein umschreiben lassen könnten, allerdings müßten wir dann unsere deutsche Version abgeben!? Wohlgemerkt als einziges Land überhaupt. Der deutsche Staat schreibt nämlich vor, dass man nur einen Führerschein besitzen darf. Dieser wird nach der Abgabe zurück nach Deutschland geschickt und dort irgendwo abgelegt. Sollte man wieder in die alte Heimat zurück wollen, muss man sich wieder einen komplett neuen Führerschein bestellen... inkl. aller Kosten und der Rennerei. Da auch eine kurze Anfrage bei der Botschaft in Wellington keine Wendung brachte (lediglich ein 5 seitiges in Amtsdeutsch verfasstes Merkblatt) entschieden wir uns erst einmal auf den Umtausch zu verzichten. Es gibt nämlich noch eine weitere Möglichkeit länger als ein Jahr mit dem deutschen Schein zu fahren. Man muss nur das Land verlassen und noch einmal erneut einreisen und schon verlängert sich die Frist um ein weiteres Jahr. Im Januar geht es dann also für ein verlängertes Wochenende einmal nach Sydney und zurück.
Aber auch im privaten Bereich hatten wir in den letzten beiden Wochen erstaunlich viel Kontakt zu unseren Landsleuten. Von Ulf unserem verehrten Nachbarn mal abgesehen, wohnt gleich noch ein Deutscher ein Haus weiter, der zudem auch noch Daniel heißt und eigentlich aus Bayern kommt. Wir hatten ferner das Vergnügen einen schwäbischen Geburtstag mit Weisswürsten und Weißbier zu feiern. Die Feier war eigentlich sehr nett, nur hat mich die CD mit den jodelnden Kiwis fast in den Wahnsinn getrieben... und vor drei Tagen waren wir noch bei einem deutschen Ehepaar zum Essen eingeladen. Ich glaube es wird wieder Zeit, dass wir ein bisschen mehr Englisch sprechen, nicht dass wir das hier noch verlernen.
Das Training für unseren kleinen Laufevent im November geht auch fleissig weiter, wobei ich mir immer noch nicht vorstellen kann / will, wie ich um Gottes Willen diese Strecke schaffen soll und Sabine das einzig richtige getan hat und ihre Distanz halbierte. Für mich gibt es das natürlich nicht, denn ich werde... oh mann... was mache ich da eigentlich... nee, nee... nee, wird bestimmt alles super.... hilfe!


Noch ein kleiner Hinweis für alle Modebewußten. Eine sehr gute Freundin (Kiwi-Designerin) von uns hat gerade angefangen auch einen Blog über ihre Kreationen zu schreiben. Hier die Webadresse für alle Interessierten:
http://paulacoulthard.blogspot.com/
Da Paula nicht nur Bekleidung sondern auch Schmuck entwirft, konnte Sabine nicht widerstehen und hat kurzerhand ihre erste Kiwi-Design-Kette erstanden.

...und zum Abschluss eine kleine winterliche Abendstimmung am Takapuna Beach.





