Freitag, 26. Juni 2009

German Stuff... at least most of it!


Nachdem wir uns in den ersten Wochen (aus augenscheinlichen Gründen) hauptsächlich mit neuseeländischen Dingen beschäftigt hatten, holte uns in den letzten 2 Wochen unser Ursprungsland dann doch wieder ein.
Eines wurde uns sehr schnell bewußt. Der deutschen Bürokratie entkommt man auch am anderen Ende der Welt nicht. Wir hatten nämlich die hervoragende Idee, uns den neuseeländischen Führerschein ausstellen zu lassen (ein ausländischer Führerschein hat in Neuseeland nur ein Jahr Gültigkeit). Die beiden Länder haben freundlicherweise ein Abkommen, dass die Prüfungen anerkennt und somit hätten wir weder einen praktischen noch einen theoretischen Nachweis unserer fahrerischen Fertigkeiten erbringen müssen. Wir also guten Mutes zur nächsten AA-Niederlassung (neuseeländischer ADAC) und kurzerhand am Schalter angestellt. Was wir dann aber erfuhren, liess uns doch ein bisschen am deutschen Verstand zweifeln. Uns wurde mitgeteilt, dass wir sehr gerne unseren Führerschein umschreiben lassen könnten, allerdings müßten wir dann unsere deutsche Version abgeben!? Wohlgemerkt als einziges Land überhaupt. Der deutsche Staat schreibt nämlich vor, dass man nur einen Führerschein besitzen darf. Dieser wird nach der Abgabe zurück nach Deutschland geschickt und dort irgendwo abgelegt. Sollte man wieder in die alte Heimat zurück wollen, muss man sich wieder einen komplett neuen Führerschein bestellen... inkl. aller Kosten und der Rennerei. Da auch eine kurze Anfrage bei der Botschaft in Wellington keine Wendung brachte (lediglich ein 5 seitiges in Amtsdeutsch verfasstes Merkblatt) entschieden wir uns erst einmal auf den Umtausch zu verzichten. Es gibt nämlich noch eine weitere Möglichkeit länger als ein Jahr mit dem deutschen Schein zu fahren. Man muss nur das Land verlassen und noch einmal erneut einreisen und schon verlängert sich die Frist um ein weiteres Jahr. Im Januar geht es dann
also für ein verlängertes Wochenende einmal nach Sydney und zurück.

Aber auch im privaten Bereich hatten wir in den letzten beiden Wochen erstaunlich viel Kontakt zu unseren Landsleuten. Von Ulf unserem verehrten Nachbarn mal abgesehen, wohnt gleich noch ein Deutscher ein Haus weiter, der zudem auch noch Daniel heißt und eigentlich aus Bayern kommt. Wir hatten ferner das Vergnügen einen schwäbischen Geburtstag mit Weisswürsten und Weißbier zu feiern. Die Feier war eigentlich sehr nett, nur hat mich die CD mit den jodelnden Kiwis fast in den Wahnsinn getrieben... und vor drei Tagen waren wir noch bei einem deutschen Ehepaar zum Essen eingeladen. Ich glaube es wird wieder Zeit, dass wir ein bisschen mehr Englisch sprechen, nicht dass wir das hier noch verlernen.

Das Training für unseren kleinen Laufevent im November geht auch fleissig weiter, wobei ich mir immer noch nicht vorstellen kann / will, wie ich um Gottes Willen diese Strecke schaffen soll und Sabine das einzig richtige getan hat und ihre Distanz halbierte. Für mich gibt es das natürlich nicht, denn ich werde... oh mann... was mache ich da eigentlich... nee, nee... nee, wird bestimmt alles super.... hilfe!




Noch ein kleiner Hinweis für alle Modebewußten. Eine sehr gute Freundin (Kiwi-Designerin) von uns hat gerade angefangen auch einen Blog über ihre Kreationen zu schreiben. Hier die Webadresse für alle Interessierten:

http://paulacoulthard.blogspot.com/

Da Paula nicht nur Bekleidung sondern auch Schmuck entwirft, konnte Sabine nicht widerstehen und hat kurzerhand ihre erste Kiwi-Design-Kette erstanden.


...und zum Abschluss eine kleine winterliche Abendstimmung am Takapuna Beach.


Dienstag, 9. Juni 2009

Standing on Top of the Lion... Rock

Nun ist es offiziell... seit dem 01.06. haben wir Winter in Neuseeland. Die letzten Wochen waren zwar schon etwas kühl, aber mit einem deutschen Winter natürlich nicht zu vergleichen. Immerhin hatten wir an 1-2 Tagen morgens sogar leichten Frost, dafür aber Sonnenschein am Tag. Die Temperaturen haben sich zwar inzwischen wieder etwas gefangen (16-17 Grad), dafür aber mit Regen und den nicht zu knapp. Naja, man kann eben nicht alles haben. Vielleicht kriegen wir ja mit ein bisschen Übung noch eine gute Kombination hin.

Neben der obligatorischen Jobsuche schaffe ich es ansonsten endlich mehr Zeit mit einem meiner Hobbies zu verbringen. Ich fotografiere wieder und versuche mehr und mehr in die Bearbeitung meiner Bilder zu finden. Auch angespornt durch eine befreundete Künstlerin bin ich gerade auf der Suche nach einem Laden, der mir die Bilder entsprechend entwickeln kann. Ich bin schon sehr gespannt, wie einige der Aufnahmen auf Alu aussehen werden. Auch überlege ich gerade, ob ich mir in der Zwischenzeit nicht vielleicht einen kleinen Online-Auftritt bastel, auf dem ich dann einfach mal ein paar meiner Aufnahmen zeigen kann. Wir werden sehen... und in der Zwischenzeit gibt es einen kleinen Vorgeschmack. Für Kommentare, Anregungen etc. bin ich natürlich immer offen.



Auch hatten wir letzte Woche unseren ersten Besuch aus der alten Heimat. Wobei Tina nicht direkt aus Deutschland nach Neuseeland kam, sondern eher mit einem kleinen ca. 1 jährigen Umweg durch Thailand und sonstige Regionen dieses Planeten. Nachdem sie schon die Südinsel erkundet hatte, kam sie letzte Woche für 3 Tage nach Auckland und wir konnten ihr hier ein bisschen unsere neue Heimat zeigen. Neben dem obligatorischen Bummel durch Downtown, ging es dann auch noch zu einer Wanderung nach Piha. Es war nur ein kleiner Rundweg, führte uns aber zu einem sehr schönen Wasserfall (den Kitekite Falls) und vor allem durch dichten Regenwald. Anschliessend ging es dann noch auf den Lions Rock mit einen fantastischen Ausblick über den Strand.



Aber auch sonst waren Sabine und ich nicht untätig. Wir hatten das Vergnügen eine befreundete Designerin und ihre Geschäftspartnerin marketingseitig im Aufbau ihrer neuen Möbelkollektion zu beraten. Besonders da die beiden aktuell kein wirkliches Budget zur Verfügung haben, war es für uns interessant trotzdem Möglichkeiten zu finden die Marke hier in Neuseeland bekannt zu machen. Das Meeting war jedenfalls für alle sehr zufriedenstellend und wir sind schon gespannt, wie sich das Label entwickeln wird. Vielleicht sollten wir uns doch mit einer kleinen Agentur selbstständig machen. Spass hat es uns auf jeden Fall gemacht.