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Irgendwie scheint es im August in Mode gekommen zu sein, seinen Geburtstag zu feiern. Andererseits haben wir hier vielleicht auch einfach nur durch Zufall viele neue Bekannte und Freunde gefunden, deren Eltern einen grauen Novembertag einfach etwas spassiger gestallten wollten. Wie dem auch sei. Vor zwei Wochen war unsere japanische Freundin Tomoko an der Reihe und gefeiert wurde im Nishiki, einer Robata-Yaki Bar. Soweit ich den Hintergrund einer solchen Bar verstanden habe, geht es darum in gemühtlicher Atmosphäre zu essen und dabei dem Treiben in der Küche zu zuschauen. Bestellt werden viele kleine Gerichte, die auch anders als in Europa gewohnt, nicht in einer bestimmten Abfolge (Vorspeise, Hauptgericht, Nachspeise), sondern sobald sie fertig sind auf den Tisch kommen. Die Auswahl war beeindruckend, wobei der rohe Tintenfisch in einer Wasabi Soße / Dressing wirklich am interessantesten war... und ich muss zugeben, er hat richtig gut geschmeckt. Um den Abend ausklingen zu lassen, ging es anschliessend noch auf ein Gläschen Wein zu unseren Nachbarn.
Nachdem wir nun seid einem halben Jahr alles tun um hier sesshaft zu werden, entschlossen wir letztes Wochenende endlich mal eine bisschen das Land zu erkunden und unsere Seelen einfach mal für 3 Tage baumeln zu lassen. Am Freitag ging es Richtung Paihia (Bay of Islands) los. Nach erfolgreichem Einchecken ins Hotel und einem kleinen Bummel durch Paihia selbst, ging es per Fähre rüber nach Russel, der ersten Hauptstadt Neuseelands und einstigem "Hellhole of the Pacific". Inzwischen ist davon in dem 1.200 Seelen Dörfchen allerdings nichts mehr zu spüren, um genau zu sein, es war eigentlich niemand da. Dies ist natürlich wenig verwunderlich, da wir zum Winterende dort waren und die Touristen erst wieder ab Oktober einfallen. Russel hat aber dennoch einen gewissen Charm, da vor allem an der Hafenfront viele viktorianische Gebäude erhalten sind. Auch steht hier die älteste, neuseeländische Kirche, an deren Seite man immer noch die Einschusslöcher aus dem Krieg zwischen Maori und den Siedlern sehen kann.
Am nächsten Tag ging es dann für uns ans nördliche Ende Neuseelands, Cape Reinga. Auf dem Weg dahin gab es jede Menge beeindruckender Landschaften zu bewundern. Da wir unheimliches Glück mit dem Wetter hatten, konnten wir einen wundeschönen Ausblick auf jede Menge Wasser geniessen.

Am Cape treffen zudem die Tasman Sea und der Pazifik aufeinander und es entstehen bis zu 10m hohe Wellen und jeder Menge Verwirbelungen.


Der Ausblick war wirklich beeindruckend, da kein Land zu sehen ist und man sich beim Anblick dieser Weite sehr klein vorkommt.

Nach unzähligen Fotos ging es dann weiter zu den Te Paki-Sanddünen, den größten wandernden Dünen Neuseelands mit einer Höhe von bis zu 50m. Nachdem wir unseren Wagen geparkt hatten und uns die kleinen Hügel betrachteten, stand die Entscheidung natürlich sofort fest. Da müssen wir hoch... ist ja schliesslich ein Kinderspiel einen 50m hohen und durchaus steilen Sandhügel hochzulaufen. Das war es dann auch, auf den ersten 7m. Die restlichen 43 waren zwar nicht mehr ganz so lustig, aber immerhin haben wir es wild keuchend nach oben geschafft. Es ist dabei auch zu erwähnen, dass wir nicht so luschig schräg (wie die beiden Touristen) nach oben gestapft sind, sondern den direkten und gradlinigen Weg gewählt haben. Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob die Idee so gut war...

Am Sonntag ging es für uns dann wieder Richtung Auckland. Nur fuhren wir nicht direkt nach Süden, sondern erst an die Westküste um uns die letzten verbleiben Kauri-Bäume anzusehen. Mit dem Tane Mahuta (Lord of the Forest) einem 50m hohen und ca. 2.000 Jahre alten Baum konnten wir dann auch den noch größten seiner Art bestaunen.
Die kleine Reise hat uns beiden jedenfalls wirklich gut getan und auch wieder Kraft für unsere täglichen Herausforderungen gegeben. Also, auf geht`s in eine neue Woche...

In den letzten Wochen war wieder einmal jede Menge geboten. Zuerst hatten wir das Vergnügen unserer ersten Pecha Kucha Night beizuwohnen. Für alle die jetzt noch nicht ganz wissen, worum es dabei geht, der Name kommt aus dem Japanischen und steht für Stimmengewirr. Es werden an einem solchen Abend normalerweise an die 14 Vorträge nach dem 20/20 Prinzip gehalten. 20 Folien und 20 Sekunden Zeit für jede dieser Seiten. Es gibt zwichen den einzelnen Vorträgen keinen Zusammenhang und jeder der möchte kann sich als Redner anmelden. Der Abend war ausgesprochen lustig, interessant und vor allem abwechslungsreich. Der Event fand in einem kleinen, alten Theater statt und die Themen variierten vom Gehirn des Kiwis über Designstudien, Ökomovements bis hin zu einem aus dem Ghetto kommenden Rapper mit klassischer Klavierausbildung. Vor allem Letzterer war wirklich beeindruckend und inspirierend. Begeleitet wurden wir an diesem Abend von unserer Freundin Paula, was den Abend natürlich noch spassiger machte.
Nachdem wir ja in den letzten beiden Jahren in Düsseldorf nun wirklich jedes Mediaevent und jede Awardshow mitgenommen haben, wurde es nun auch Zeit einmal die "Awardszene" in Auckland kennenzulernen. Eine Freundin von uns steht WIFT (Women in Film and Television) vor und organisiert jedes Jahr die WIFT-Awards mit denen Frauen in der Film und Fernseh-Industrie für besondere Verdienste ausgezeichnet werden. Wenn man bedenkt, dass diese Organisation kaum über Geld verfügt, war die Qualität der Veranstaltung wirklich bemerkenswert und hat zudem noch jede Menge Spass gemacht. Auch war es schon fast beängstigend, wie viele Leute wir hier inzwischen kennen. Das hatte fast schon Düsseldorfer Ausmaße und auch wenn Neuseeland vielleicht noch ein bisschen üben muss, so sind sie hier auf dem richtigen Weg.
Nachdem mein letzter Mentor bei meinem Namen oder meinem Background (ich bin mir nicht ganz sicher, was den Ausschlag gab) die Flucht ergriffen hat, wurde nun ein neuer für mich gefunden. Er ist Principal bei der Beratung der Telekom NZ, im deutschen Vergleich also der Detecon. Ich werde ihn die nächsten Tage kontaktieren und dann sehen wir mal wie lang er durchhält. Laut Omega (die Organisatoren des Mentoren Programms) hat er schon drei Mentees beraten, die Chancen für ein erfolgreiches Mentoring stehen also nicht schlecht.

So ganz nebenbei gab es dann aber auch noch unseren zweiten Geburtstag hier und diesmal war ich dran. Es fragt sich natürlich nun jeder, wie alt ist der Bub den geworden... 32... hmm... ok, es waren dann wohl doch 35.... ach verdammt, was soll's 37. Immerhin habe ich noch 3 Jahre bis zum nächsten Runden. Sabine hat sich aber richtig ins Zeug gelegt und mir einen wirklich schönen Tag organisiert. Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir den Tag einfach richtig genossen. Neben vielen Geschenken, einem Care-Paket aus der alten Welt und einem schönen Spaziergang durch die Stadt, ging es am Abend mit ein paar lieben Freunden ins Khao (sehr guter Thailänder in Auckland). Zum Abschluss mußten dann noch ein paar Flaschen Wein vernichtet werden, da diese im Alter ja auch nicht besser werden - dann ging es für mich aber zeitig ins Bett... in meinem Alter hält man ja nicht mehr so lange durch.


Zum Abschluss gibt es diesmal meinen aktuellen Marathon Trainingsstatus:
Ich bin seit heute stolzer Besitzer neuer Laufschuhe. Ja, das Material kann nicht gut genug sein und wenn ich mir das Design und die Farbwahl so ansehe, sollte der Marathon ja in höchstens 2h zu schaffen sein. Oder so...

...und wir haben sie bekommen. Um genau zu sein unsere letzte Telefon- und Internetrechnung. Es ist wirklich eine Umstellung, wenn man aus einem Land kommt in dem Flatrates einfach zum Alltag gehören. Leider hat Neuseeland von solchen modernen Erfindungen noch nichts mitbekommen. Hier weiss man noch nicht einmal was für eine Geschwindigkeit die eigene DSL-Verbindung hat. Auch der Werbespruch - Faster in more places! - für das neue Mobilfunknetz der Telecom NZ (ein eher altmodisches 2-3G Netz, das der Rest der Welt seid mindestens 500 Jahren nutzt) ist für die Technologieführerschaft hier bezeichnend. Soviel zum Thema technische Daten... Aber um auf unsere Rechnung zurückzukommen, es war die größte Telekomrechnung, die ich je in den Händen gehalten habe und das auch nur, weil wir unser Downloadvolumen um läppische 29GB im Monat überzogen haben. Vor allem für den sagenhaften Preis von 2c/MB. Das passiert uns auch nicht mehr so schnell.
Um uns von dem kleinen Herzinfarkt aber vor allem von der sich inzwischen doch spürbaren Erschöpfung der letzten Monate ein bisschen zu erholen, ging es für uns mal wieder für einen Tag raus an die frische Luft und an den Muriwai Beach. Ein schöner Spaziergang durch den Busch oder besser Dschungel um anschliessend den Blick von einem wirklich tollen Aussichtspunkt zu geniessen. Da wir danach immer noch nicht genug hatten, ging es auch noch einmal den Strand rauf und wieder runter. Zumindest teilweise, denn sonst würden wir bei der Größe des Strandes wahrscheinlich heute noch am Laufen sein. Auf jeden Fall tat es uns richtig gut mal einen Tag auszuspannen und einfach nur die Sonne und die schöne Natur zu geniessen. Nach all den Bewerbungen und dem Stress der letzten Zeit werden wir uns wahrscheinlich auch demnächst mal ein verlängertes Wochenende gönnen und einfach mal ein paar Tage wegfahren. Es wäre ja wirklich schade, die ganze Zeit nur in Auckland zu sitzen.


Beruflich gibt es bei uns leider auch noch nichts neues, nur dass sich in der Zwischenzeit zumindest mal ein paar neue Gespräche ergeben haben und wir gespannt auf die Ergebnisse sind. Auch ist leider mein potentieller Mentor gestern abgesprungen, da er in nächster Zeit beruflich wohl doch zu sehr eingebunden sein wird. Andererseits hatte er vielleicht auch nur vor den bösen Deutschen Angst!? Auf jeden Fall wird weiter nach einem Mentor für uns gesucht. Mit etwas Glück traut sich der Nächste ja vielleicht mehr zu.
Damit ich hier in der Zwischenzeit auch geistig etwas gefordert bin, habe ich endlich mit dem Bau meiner Foto-Webpage begonnen. Bin mal gespannt was daraus wird und wie sie euch dann gefällt. Dank meiner profunden webpageerstellenden Kenntnisse, wird es aber noch ein bisschen dauern.
Zum Abschluss noch ein kleiner Ausblick. Am geht Donnerstag geht es für uns auf die WIFT-Awards (Auszeichungen für Frauen in Film und Fernsehen), rein wissenschaftlich versteht sich. Schliesslich müssen wir ja klären, ob die neuseeländische B-Prominenz mit der deutschen mithalten kann. Nachdem was wir in Düsseldorf auf so mancher Awardshow gesehen haben, sollte die Aufgabe nicht zu schwer zu bewerkstelligen sein.