Dienstag, 24. November 2009

BREAKING NEWS: Country waits in awe while women's rest is repaired!!!


Ich möchte ja nun wirklich nicht nörgeln und ja ich weiß, wir sind hier ein bisschen ab vom Schuss. Aber hin und wieder habe ich dann doch das Gefühl, dass die Kiwis manchmal eine seltsame Vorstellung von 18.00 Uhr Fernsehnachrichten und sonstigem Weltgeschehen haben. Eine breite internationale Berichterstattung ist hier generell eher selten zu bewundern und ich verstehe auch, dass man sich bedingt durch die geographische Abgeschiedenheit, vermehrt den lokalen Ereignissen widmet. Aber so langsam schaffen es die Damen und Herren von TVNZ sich journalistisch selbst in diesem Bereich in völlig ungeahnt Höhen zu schrauben.
Zur besten Sendezeit riss uns vor kurzem diese Meldung förmlich von unseren Sitzen. Unglaublich, schockierend und am Ende auch noch ein wunderbares Happy End. Endlich, nach vielen Jahren der Qualen und des Leidens war es soweit... Die historische Damentoilette in Palmerston North wurde endlich repariert. Nach Jahren des Wassermangels und gezielten Eimertragens wurde nun endlich reagiert. Ein Aufatmen ging durch die Nation. Fernsehteams waren vor Ort und auch die Opfer, dieser dunklen, grausamen und natürlich trockenen Episode in Neuseelands langer Geschichte, kamen zu Wort. Endlich kann das Erlebte aufgearbeitet werden und, auch wenn es wahrscheinlich noch lange dauern wird, die Wunden können heilen. Um das Ausmaß wirklich bereifen zu können, hier der Artikel und natürlich auch das Video.

Manchmal, aber auch nur manchmal macht mir dieses Land hier ein kleines bisschen Angst... aber nur ein bisschen natürlich.

Zum Glück gibt es dann doch auch noch gutes aus dem Land der langen weißen Klobürste... ups, ich meine... Wolke zu berichten. Auch wenn wir es anhand des zunehmend sommerlichen Wetters hervorragend verdrängen, es weihnachtet auch in Down Under langsam. Seid dem ersten November wurde in jedem Geschäft, Kaufhaus oder auch nur in den Vorgärten der Nachbarschaft der große Weihnachts-Countdown ausgerufen. Wir können uns vor lauter Glitzerketten und Plastikweihnachtsmännern fast nicht mehr retten. Selbst die Americas Cup Yacht im Hafen musste dran glauben und wurde kurzerhand in einen überdimensionalen Weihnachtsbaum umfunktioniert.


Es ist wirklich ein seltsames Gefühl und vor allem fast unmöglich bei 20º Grad, kurzen Hosen und Sonnenbrille in die richtige Stimmung zu kommen. Wobei ich aber durchaus gestehen muss, dass warmes Wetter und Sonnenschein doch schöner sind als manchmal Schnee, meist Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt. In Anbetracht der äußeren Umstände werde wir das diesjährige Gansessen aber wohl in ein BBQ am Strand mit kaltem Bier umwandeln. Das Leben kann manchmal wirklich hart sein.





Wie viele unserer Freunde ja schon wissen, ist unsere Jobsuche bisher leider nicht von Erfolg gekrönt worden. Da zudem noch Neuseeland von Dezember bis Januar Ferien hat, stehen die Chancen auf beruflichen Erfolg leider sehr schlecht. Wobei in den letzten Gesprächen auch immer wieder auf unser größtes Manko hingewiesen wurde. Ja, so langsam wissen wir es... wir sind und werden es nun mal auch nie sein... geborene Kiwis. Aus diesen Gründen haben wir beschlossen, dass wir voraussichtlich nächstes Jahr wieder nach Deutschland zurückkehren werden. Eines ist aber ganz sicher, wir haben nie und werden es auch in Zukunft nicht, unseren Schritt hierher bereuen. Es war das Beste was wir machen konnten und wir genießen jede Sekunde. Daran kann auch der manchmal aufflackernde Frust über die Kurzsichtigkeit der Kiwis nichts ändern. Wir haben hier vieles gelernt, jede Menge Freunde gefunden (die uns auch nur sehr schweren Herzens gehen lassen wollen) und auch gesehen, was wir für wundervolle Freunde in Deutschland haben. Lasst es mich mal kurz so sagen: Euer Feedback, Eure Unterstützung genial und unbeschreiblich!!! Vielen Dank und wir freuen uns schon wieder sehr auf euch.

Auch wenn wir uns schon darauf gefreut haben, dass wir jetzt hier in aller Ruhe den Sommer genießen können, wird es wahrscheinlich alles andere als ruhig werden. Denn wir kriegen Besuch und noch dazu jede Menge. Wir werden also in den sauren Apfel beißen müssen und die ganze Zeit an Stränden, beim BBQ, in der Stadt oder auf sonstigen Sight-Seeing-Exkursionen verbringen. Das ist gleich so furchtbar, dass ich mein Grinsen schon gar nicht mehr aus dem Gesicht bekomme.

Es bleibt also nur noch eins zu sagen... AUF IN DEN SOMMER... es sind nur noch 5 Tage...



I really don't want to nag and yes, I know we are a little bit of the beaten track here. But once in a while we get this distinct feeling that Kiwis do have a slightly weird perception about their 6.00 pm news show and world news in general. Vast international news feeds are actually pretty rare here and I do understand that because of our remote location, we do concentrate more on local news. But slowly the guys from TVNZ manage to reach even here unbelievable heights of professional journalism. Recently we were nearly blown off our seats by these news. Unbelievable, shocking but in the end a wonderful happy ending. Finally after years of suffering and pain... the historic women's loo in Palmerston North was repaired. After years of low water supply and dedicated bucket-carrying the city reacted. A sigh of relief went through the nation. TV crews rushed to the location and even the victims of this dark, gruesome and of course dry episode in New Zealand's long history were able to speak up. Finally it is possible to reclaim these experiences and, even when it's going to take a long time, the wounds can heal. To grasp the extension of these news, here is the article and of course the video.

Sometimes, but only sometimes I'm a little bit scared of this country... just a tiny little bit of course.

Fortunately there are also good news from the land of the long, white toilet brush... whoops, sorry... I mean cloud. Even when we tend to forget it because of the more and more summerly weather, Christmas is even coming to Down Under. Since the first of November every store, every mall and every neighbouring front yard prepares for Christmas. It is nearly impossible to get around all these lights, glittering things and plastic Santa Clauses. Even the Americas Cup yacht in the harbour was redecorated to become a giant xmas tree. It is a weird feeling and nearly impossible to get into the right mood with 20ºC, shorts and sunglasses. Whereas I have to admit that warm weather and sunshine are much nicer than sometimes snow, mostly rain and freezing temperatures. Taking the surrounding factors into account we might have to skip the turkey for BBQ and beer on the beach. Life really is tough sometimes.

As a lot of our friends already know, our job hunt wasn't too successful during the last couple of month. Furthermore New Zealand is virtually shutting down during December and January because of the big summer holiday, so the prospect job wise isn't the best one. Also during the last couple of talks we had, we were constantly reminded of our biggest drawback. Yes, we know by now... we are not and never will be... natural-born Kiwis. For these reasons we decided that we are very likely to go back to Germany beginning of next year. One thing is for sure; we never had or will regret our move here. It was the best decision we made and we enjoy every bit of it. Even the sometimes emerging frustration when it comes to Kiwi decision-making, can't change our minds. We learned a lot, found many friends (who don't want to let us go that easily) and also realized (we knew of course), how many great friends we have back in Germany. Let us put it that way: Your feedback, your support was absolutely great and unbelievable. Thank you guys and we are definitely looking forward to see you soon.

Even so we were eager for some nice quite summer time with all the job search out of the way, we found out that it might not be as quite as we hoped. We are getting visitors and I mean a lot. So we might have to suffer while hanging around the beach, at a BBQ, in the city or any other sight seeing location all the time. It's going to be really tough... so tough that I can't get the grin out of my face.

That just leaves one more thing for me to say... SUMMER, HERE WE COME... just 5 more days to go...

Dienstag, 3. November 2009

Why it is a good thing to get up at 3.00am, just to have a little run...

Am letzten Sonntag war es endlich soweit. Nach 8 Monaten Vorbereitung, mehr als 800 gelaufenen Kilometern, einem zweiten Paar Schuhe, unzähligen Müsliriegeln und jeder Menge Powerade stand am 01. November unsere große Prüfung bevor. Sabine musste beim Halbmarathon (21,1km) bezwingen und ich wagte mich an die ganz große Herausforderung... den Marathon (42,2km). Um auch gleich ein paar möglichen Fragen vorzubeugen - nein - die Distanz wird nicht über mehrere Tage aufgeteilt, Autos sind auch nicht zugelassen, nicht einmal Golfcarts. Nachdem wir schon zwei Tage zuvor unsere Startnummer und den Timing-Chip abgeholt hatten, standen am Samstag Abend die letzten Vorbereitungen für unseren großes Tag an. Die Rückseite der Startnummern wurden mir der eigenen Krankengeschichte, Notfall- Kontakten und -Nummern versehen, diese dann an die Laufshirts geheftet. Der Timing-Chip wurde an den Schuhen befestigt, die Pulsuhren warmgelaufen, Bananen und isotonische Getränke bereitgestellt und natürlich ein riesiger Teller Nudeln gegessen.



Nach einer viel zu kurzen Nacht klingelte um 3.00 Uhr morgens unser Wecker. Wer bitte kommt auf die wahnsinnige Idee einen Marathon um 6.10 Uhr zu starten? Also, außer den Kiwis, meine ich? Nach einem ausgiebigen Runner-Frühstück ging es dann auf zur Fähre nach Devonport. Da in der Nacht ja Halloween gefeiert wurde, begegneten wir auf unserem Weg noch unzähligen Partygängern, die sich langsam auf den Weg ins Bett machten, während wir da ja gerade rausgefallen waren. Nach einer kurzen Überfahrt mit einem wunderschönen Blick auf die erleuchtete Skyline ging es dann in Devonport auf die King Edward Parade zum Start. Das erfrischenste Erlebnis kam, als es Zeit wurde unsere warmen Jacken auszuziehen und uns für den Start vorzubereiten. 8 Grad Celsius verschaffen einem in kurzen Hosen und T-Shirt wirklich frische Gedanken. Um 6.10 Uhr war es dann für mich soweit, während Sabine noch bis 6.45 Uhr warten musste. Dank der ersten Sonnenstrahlen konnten wir nun auch endlich sehen wohin es gehen sollte (
nachts Sonnenbrillen zu tragen, verschafft einem nicht wirklich den nötigen Durchblick). Die erste Hälfte des Laufs führte uns durch die North Shore. Es ging von Devonport nach Takapuna und weiter über North Cote, die Harbour Bridge, an der Westhaven Marina vorbei zum Victoria Park. Das Wetter meinte es wirklich gut mit uns und so bekamen wir einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Meer geboten. Die Strecke war besonders für Sabine interessant, da es eigentlich nur bergauf und anschließend wieder bergab ging (sie hatte fast nur in der Ebene trainiert). Im Victoria Park war für Sabine dann nach 21,1km Schluss für die sie sehr gute 2h28min benötigte. Eine Gemeinheit für die Marathonläufer war bei Halbzeit die Nähe zum Ziel. Wir liefen ganze 200m an unserem späteren Endpunkt vorbei. Entspannung, Ruhe, einfach nur sitzen und ein kühles Bierchen trinken in greifbarer Nähe... aber dann 200m vor der Erfüllung dieses wundervollen Traums - abbiegen nach links und sich mit jedem Schritt weiter davon entfernen. Wirklich gemein so eine Streckenführung. Also Zähne zusammenbeißen und weiterlaufen. Durch den CBD, am Frachthafen vorbei, über Mission Bay nach Saint Helliers Beach und weil es so lustig war das Ganze auch gleich wieder zurück. Hier draußen wurde der Lauf dann auch psychisch anstrengender, da sich das Feld auseinander gezogen hatte und auf langen Passagen kaum Zuschauer anfeuerten. Auch gab es für mich die Begegnung der 3ten Art als mir bei Kilometer 24 der spätere Sieger entgegen kam - nein - rannte, flog... mit nur noch 3km zu laufen. In diesem Moment kam ich mir langsam vor, sehr, sehr langsam. Die letzten 7-8km waren wirklich die schwierigsten und es ging für mich nur noch darum im Rhythmus zu bleiben und einfach anzukommen. Die Entschädigung für die Strapazen gab es dann aber auf der Zielgerade. Ein unglaubliches Gefühl vor hunderten Menschen die letzten Meter zum ersten eigenen Marathon zu laufen. Vergessen waren alle Schmerzen und Anstrengungen, nicht nur der letzten Kilometer sondern auch der gesamten Vorbereitung. Nach 4h12min war es geschafft. Wahnsinn! Das Gefühl sich selber zu beweisen zu was man in der Lage ist und über diese Ziellinie zu laufen... ein Traum!



Auch wenn ich sicher noch 1-2 Tage brauche bis mein Treppensteigen wieder halbwegs normal und nicht wie Joe Cocker beim Singen aussieht, glaube
ich nicht, dass dies mein letzter Marathon war. Wir hatten einfach eine super Zeit!




Last Sunday it was finally time. After 8 month of preparation, more than 800km being run, a second pair of shoes, uncounted cereal bars and tons of Powerade on November the 1st we faced our huge challenge. Sabine had to conquer 21,1km for her half-marathon while I was facing the really big challenge... the marathon (42,2km). To obviate some questions right away - no - it's not possible to divide up the distance over a couple of days and you're not allowed to use cars, not even Golf-Carts. After we collected our race numbers and timing chips two days earlier, we had to go through the last preparations for the big event. We put our medical history, emergency-numbers and -contacts on the back of our race numbers and attached them to our running shirts. The timing chip was stuck to our shoes, the heart rate monitors prewarmed, bananas and isotonic drinks prepared and of course, we had a huge bowl of pasta for dinner.

The alarm went of at 3.00am
after a far too short night. Who on earth, by the way, came up with the crazy idea to start a marathon at 6.10am? I mean, other than a Kiwi? After a huge runners breakfast we went to catch the ferry to Devonport. Saturday night of course was Halloween so we met a lot of party people on our way. They on their way to bed, the nice and warm place we got kicked out so recently. After a short boat ride across the harbour (incl. a nice view of the Auckland skyline) we arrived in Devonport and made our way towards the King Edward Parade - the starting line. We had our most refreshing experience of the day when we took of our jackets to prepare for the start of the race. You really become refreshed enjoying 8 degrees Celsius in a t-shirt and shorts. Finally at 6.10am I got underway while Sabine had to wait a little longer until 6.45am. Thanks to the first sunbeams we were finally able to see where to go (having your sunglasses on during the night doesn't really help with a much needed perspective). The first half of the run took us thru the North Shore. We went from Devonport to Takapuna and on thru North Cote, the Harbour Bridge, along Westhaven Marina towards Victoria Park. The weather definitely was on our side and we could enjoy a beautiful sunrise over the ocean. The track was most interesting to Sabine because it was just going up and down (and she had just trained on even roads). Sabine finished her 21,1km after 2h28min at Victoria Park. The meanness for us marathon runners was the fact that we were so close to the finish line. Just 200m separated us from it. Recreation, Quietness, just sitting down, having a beer so close... but then 200m in front of that wonderful dream, we had to take a hard left and were getting further and further away. The organisers did that on purpose, that's for sure, Bastards! So, clench your teeth and keep on running. Thru the CBD, along the container harbour, along Mission Bay towards Saint Helliers Beach and because it has been so much fun, all the way back again. Out there the run became psychologically more straining because the running field fell apart and far less supporters cheered us on. Furthermore I had an encounter from outer space. When I passed the 24km mark the future winner came the other way - no - running, flying with just 3 more km to go. I really felt very, very slow at that moment. The last 7-8km where among the most straining, it was all about keeping the rhythm and just making it. I received the compensation for all the hardness on the final meters. It was an unbelievable feeling to run the last couple of steps of your very first marathon and that in front of hundreds of people. All the pain, the strain, not only from the last km but also from the whole preparation and training just vanished. I did it after 4h12min. Crazy, unbelievable! To prove to yourself what your are capable of and crossing that finish line... a dream! Even so it might take me another 1 or 2 days to finally go down the stairs in a normal way and not like Joe Cocker singing, I think, that this hasn't been my last marathon. It was a great time!