Es ist schon komisch, aber manchmal muss man um die ganze Welt reisen um einen Deutschen zu sehen. Wir haben Stefan Aust gesehen und ihm sogar noch zugehört. Für alle die gerade ein bisschen am grübeln sind, wer Stefan Aust denn nun ist... er war viele Jahre der Chefredakteur des Spiegel und ist auch Autor des Buches "Der Baader Meinhof Komplex". Letzteres war dann auch der Grund für seinen Besuch hier in Auckland um es im Rahmen des Readers and Writers Festival den Kiwis näher zu bringen. Das Interview / die Diskussion vor einem doch sehr zahlreich vertretenen Publikum war sehr interessant und wir liessen es uns im Anschluss natürlich nicht nehmen unsere Ausgabe des Buches signieren zu lassen. Sabine konnte es natürlich nicht lassen und liess sich mitsamt der Visitenkarte Herrn Austs gleich mal seine Emailadresse geben. Gute Kontakte sind ja schliesslich immer wichtig.
Wo wir gerade von Kontakten sprechen. Die Ansammlung dieser läuft natürlich immer noch auf Hochtouren und somit wächst unser lokales Adressbuch auch weiter fleissig. Leider konnten uns die lieben Menschen, die wir bisher hier getroffen haben, noch nicht wirklich bei der Arbeitsbeschaffung helfen. Hier muss ich auch endlich mal etwas loswerden, denn es ist wirklich bemerkenswert, wie die Jobsuche und natürlich auch die Vergabe funktioniert. Das interessante ist dabei, dass wir nicht die einzigen sind, die sich mit den lokalen Gegebenheiten auseinandersetzen müssen, sondern alle Neuankömmlinge (sogar "native speaker" aus UK). Jobs werden hier nämlich nicht gerne an Ausländer vergeben, egal wie gut sie dafür qualifiziert sind. Die Kiwis sind enorm nette und hilfsbereite Menschen, geht es aber darum Ausländer einzustellen, legen sie sich quer. Interessant ist besonders die Tatsache, dass die Regierung weiss, dass sie hochqualifierzierte, internationale Arbeitnehmer braucht und tut alles dafür sie ins Land zu bekommen. Sobald man allerdings hier ist, spielen die lokalen Firmen nicht mit. Das geht soweit, dass die Stadt Auckland in Kooperation mit einer Stiftung ein Programm ins Leben gerufen hat um Neuankömmlingen einen Mentor aus der Wirtschaft an die Seite zu stellen. Da ich heute das Glück hatte in das Programm aufgenommen zu werden, bin ich mal sehr über den weiteren Verlauf gespannt. Ich werde auf alle Fälle berichten. Wir lassen uns aber von solch komischem Verhalten nicht unterkriegen und werden weiter Gas geben, schliesslich wollen wir es hier schaffen. Was kann den Kiwis denn schon Besseres als uns passieren!?
Trotz dieser kleineren Rückschläge nutzen wir unsere Zeit hier natürlich auch für schöne Dinge... ok, manchmal auch ziemlich anstrengende Dinge. Wir haben uns ja das kleine Ziel (eines Marathons) für November gesetzt und nun heißt es trainieren. Das bedeutet, inzwischen steht 4x die Woche laufen an. Um es kurz zu machen, nach den 10 km vom Sonntag und den 7,5 km gestern fange ich jetzt langsam wieder an meine Beine zu spüren. Ich befürchte aber, dass es bis zum Lauf in ein paar Monaten nicht mehr wirklich besser werden wird. Auf was haben wir uns da eingentlich eingelassen??? ...aber da müssen wir jetzt wohl durch... AU!
Zum Abschluss gibt es aber noch ein paar kleine Impressionen vom Piha Beach (ca. 35 min. von Auckland entfernt). Wir hatten vor ein paar Tagen das Glück, mal wieder richtig schönes Wetter mit 20 Grad zu haben und nutzten es natürlich gleich für einen Ausflug. Ein wirklich schöner Strand, schwarzer Sand und jede Menge Wellen. Nachdem ich mit einigen Bildern nicht wirklich zufrieden war, kam mir kurzerhand der Gedanke als Lösung einfach mal meine ganze Kameraausrüstung (wer soll an schlechten Fotos auch sonst schuld sein?) im Meer zu versenken. Nach einer kurzen Stunteinlage (natürlich mit Publikum) und nassen Hosen, entschied ich mich in Anbetracht der angespannten Finanzlage aber doch gegen diese glorreiche Idee. Immerhin konnte ich mich anschliessend rühmen, einigen Strandbesuchern zumindest ein Lachen ins Gesicht gezaubert zu haben... sie haben ja schliesslich mit mir und nicht über mich gelacht... hmm... oder?




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